Saftkur im Test bei mamilicious

Saftkuren gibt es wie Sand am Meer. Egal in welches Magazin ich blicke, das Schlagwort „Saftkur“ hat schon etliche Cover geziert und niemand kommt um das Thema wirklich herum.

Schon lange macht sich daher der Gedanke bei mir breit, auch mal eine ausprobieren zu wollen. Obwohl die Medien seit längerer Zeit schon kritisch darüber berichten, ist mein Ansporn, es unbedingt selbst zu versuchen nach wie vor da. Ich will ehrlich mit euch sein. Seit dem Spätsommer bis zum heutigen Tage habe ich mir knappe vier Kilo auf den Leib gefuttert und meine Motivation für die Kur ist daher recht simpel. Ich will einfach abnehmen.

Erfolg muss her, aber Dalli!

Auf der Suche nach dem schnellen Erfolgserlebnis, dass mich wieder motiviert sportlicher durchs Leben zu schreiten, bin ich auf die Idee mit der Saftkur gekommen. In den letzten Wochen hatte ich nicht sonderlich viel Lust meinem Körper in Sachen Fitness etwas Gutes zu tun und war einfach nur faul gewesen. Irgendwie war es bequemer auf der Couch zu chillen, am Spielplatz zu ratschen, im Café abzuhängen oder sonst wo einfach meine Freizeit zu verbringen. Es war einfach immer alles besser, als der Gedanke an eine sportliche Aktivität.

Vermutlich erkennen mich die Mädels am Empfang im Gym nicht einmal mehr, denn zu lange ist es her, dass ich meinen Körper durch das Drehkreuz geschoben habe. Die Unzufriedenheit und das Unwohlsein haben weiter dazu beigetragen, dass ich nun endgültig die Schnauze voll habe und unbedingt mal wieder an mir und meiner Motivation arbeiten möchte.

Nachdem der Hintergrund also geklärt wäre, möchte ich euch gern mehr über meine Saftkur von Kale and Me verraten.

Saftkur

KALE AND ME

Kale&Me gibt es seit Mai 2015 und wurde von drei Freunden gegründet. Die Säfte sind aufwendig kaltgepresst, damit die wichtigen Inhaltsstoffe auch für den Anwender erhalten bleiben. Sowohl in der Produktion, in der Technologie als auch in der Haltbarkeit geht das Trio innovative Wege. Das Ziel:

Die Welt ein Stück gesünder gestalten.

Was ist zu beachten

Die Spielregeln sind ziemlich einfach:

  • 6 Säfte
  • Alle 2 Stunden
  • 3 bis 5 Tage lang
  • 1 Ausnahme, Brühe oder Banane

Wer möchte kann sich den Kurbegleiter zur Hand nehmen und seine Erfahrungen anhand des Safttagebuchs festhalten. Geschmacklich bin ich grundsätzlich sehr angetan von den Säften gewesen, allerdings sind sie mir für mein Empfinden etwas zu sauer. Auf eine Variante konnte ich sogar gänzlich verzichten. Amy Almond und ich wurden während der gesamten Zeit keine Freunde. Sie war sowas wie das Dessert unter den Säften, nur blieb die Geschmacksexplosion und somit ein Grande Finale aus.

Ich bin daher einmal am Tag als Ersatz für Saft No 6 auf die Hühnerbrühe umgestiegen. Nachdem alle Säfte kaum Salz enthalten, war die Brühe sowas wie mein Highlight des Tages.

Saftkur Tagebuch

Mein Safttagebuch

Tag 1

Voll motiviert begann der Tag um kurz nach 09:00 Uhr mit Saft No 1. Ich habe mich bewusst für eine 3-Tages-Kur über das Wochenende entschieden, denn Freitag bis Sonntag musste ich nicht arbeiten und konnte das Konzentrationslevel wenn nötig niedrig halten. Mucki war für den Start der Kur gut in der Krippe aufgehoben und ich konnte mich mental voll in mein neues Projekt stürzen.

Pamela Pine schmeckte erfrischend und machte mir den Einstieg ziemlich einfach. Gefolgt von Catie Carrot und Al Avoca brachte ich die Zeit bis zum Mittag wunderbar und ohne Hungergefühl rum. Alle Säfte haben fancy Namen und waren durch ihre Beschriftung klar voneinander zu unterscheiden. Am frühen Abend kamen dann so langsam die ersten Nebenwirkungen. Mein Schädel fing an zu brummen und ich wurde schlagartig sehr müde. Ich beschloss sehr früh ins Bett zu gehen und war froh, den ersten Tag geschafft zu haben.

Tag 2

Morgens brummte mir der Schädel noch genauso heftig wie am Vortag. Eigentlich dachte ich, dass die Nebenwirkungen vielleicht eher durch den Wetterumschwung kommen würden, nun wusste ich, wem ich diesen schwarzen Peter tatsächlich in die Schuhe schieben konnte. Wenig motiviert griff ich zur Pamela und habe gefühlt eine Ewigkeit daran genippelt. Parallel gab es noch Tee, vielleicht hatte ich allgemein zu wenig Flüßigkeit zu mir genommen und deshalb so einen Schädel offen.

Nachdem ich mich zu einem kurzen Mittagsschläfchen abgelegt hatte, haben wir uns herbstgerecht eingepackt und sind mit neuer Energie zu einem langen Spaziergang in Richtung Stadt aufgebrochen. Dieses Mal mit im Gepäck Al und Rosy. Mucki hatte Breze und durfte Gummibärchen naschen, damit Mama sich beim Shoppen selbst für ihre Disziplin belohnen konnte.

Kampf gegen die Nebenwirkungen

Frische Luft und das Nickerchen am Mittag waren wie Balsam für meine Seele. Kopfschmerz ade, kein Hungergefühl aber irgendwie fühlte ich mich schlapp. Ich erwischte mich immer wieder selbst dabei, wie unkonzentriert ich eigentlich war und beschloss nach Eintritt der Dunkelheit lieber mit dem Bus nach Hause zu fahren. Mucki war das nur recht, sie findet ÖVM ziemlich spannend und ich konnte meine Müdigkeit so besser vor ihr verstecken.

Zuhause angekommen, gabs für Mucki einen strammen Max und für mich Kalvin Kale, Saft No 5. An die Regel alle 2 Stunden einen Saft zu trinken, habe ich mich an diesem Tag erfolgreich nicht gehalten. Überlebt habe ich es aber natürlich trotzdem. Spannend zu beobachten war, dass ich plötzlich sehr geruchssensibel wurde und das bloße Horchen der geöffneten Chipspackung meines Mannes totales Kopfkino ausgelöst hatte. Heimlich stand ich in der Küche und fing an wie der pawlowsche Hund das Sabbern zu unterdrücken. Scheiß Gelüste. Da seid ihr also!

Tag 3

Das grande Finale naht, doch vorher wurden meine Disziplin und ich von meiner Familie und griechischen Freunden noch gehörig auf eine harte Probe gestellt. Was durfte ich mir alles anschauen. Von Croissant zum Frühstück bis zur Pizza am Nachmittag, griechischem Abendbrot für Leni und einer weiteren Tüte vom Inder, dessen Inhalt ich nicht mehr rekonstruieren konnte, war alles dabei.

Von wirklicher Rücksicht kann man da wohl eher weniger sprechen aber um ehrlich zu sein, ich hatte von Beginn an auch keine erwartet. Nun sitze ich nach 3 Tagen Saftkur mit einem Cappuccino in der Hand und lasse noch einmal revue passieren.

Die Fakten

Saftkur

Ich habe 3,1 kg in 3 Tagen verloren. Meine absolute Traumfigur habe ich in der kurzen Zeit nicht wiedererlangt, erwartet hatte ich es fairerweise aber auch nicht. Vermutlich habe ich sehr viel Wasser verloren. Wenn ich mich für die 5 Tage entschieden hätte, wäre bestimmt noch einiges an Muskelmasse hinzugekommen.

Es war besonders am letzten Tag hart, standhaft zu bleiben. Leuten beim Essen zusehen zu müssen, während man selbst nur auf Brühe als Alternative umsteigen kann, hat mich extrem viel Disziplin gekostet. Geschafft habe ich es trotzdem.

Um nun aber allen die Illusion meiner bitteren Standhaftigkeit zu nehmen und komplett bei der Wahrheit zu bleiben, hier auch meine Sünden innerhalb der Zeit.

4 Scheiben Salami, 2 Scheiben Gelbwurst, 4 Salzstangen, 1 handvoll Nüsse, 3 Weinschorlen und 2 Cappucccino hatte ich trotzdem.

Für den Moment bin ich zufrieden. Ich wollte ein schnelles Ergebnis und einen neuen Motivationsschub um wieder an meinen alten Fitnesszustand anzuknüpfen. Ob ich das Gewicht langfristig halten und in Zukunft weiterhin minimieren kann, wird sich zeigen. Der Ansporn ist groß, dem Lebkuchen und Spekulatius den Rücken zu kehren und wo ein Wille ist, ist bekanntlich ja auch ein Weg.