Tag der Wahrheit

Working Mom: Ich stehe an deinem Bett, streichle dein Haar und flüstere dir wie immer ein ‚Mama hat dich lieb‘ ins Ohr. Du schläfst seelenruhig und bemerkst mich nicht. Mich begleiten an diesem Abend sehr gemischte Gefühle in den Schlaf.

Die letzten Momente meiner Elternzeit brechen über uns herein. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und ein lachendes und ein weinendes Auge begleiten mich auf den Weg in das neue Abenteuer.

Working Mom und Bloggerin bei mamilicious

27 Monate war ich an deiner Seite, auf Abruf bereit. Nun musst du an drei Tagen in der Woche komplett ohne mich auskommen. Mama geht wieder arbeiten, erkläre ich dir. Deine Antwort darauf:

Ich auch, Mami?

Natürlich, sage ich zu dir. Du machst deinen Job in der Krippe, gehst dort spielen, lernst das Leben kennen und kommst am Abend mit vielen Geschichten für Mami wieder glücklich nach Hause. Sie nickt entschlossen und wirkt zufrieden. Diese Antwort gefällt ihr.

Es geht los, die Geburtsstunde der Working Mom

Mein erster Tag als Working Mom steht unmittelbar bevor. Diese Woche ist es soweit. Nach 27 Monaten Elternzeit geht es für mich zurück in den Job. Aber bevor nun alle irritiert sind: Wirklich reine Elternzeit war es die letzten zehn Monate ja nicht mehr für mich. Mein ganzes Herzblut steckt, wie ihr sicher festgestellt habt, in meinen Blog mamilicious.

Innerhalb meiner Fortbildung im Bereich Social Media und Search Engine Marketing habe ich diesen Sommer endgültig die Bestätigung darin gefunden, wohin es für mich in naher Zukunft beruflich hingehen soll.

Den Blog wird es natürlich weiterhin geben, denn es macht einfach zu viel Spaß, verbindet und ich habe dabei tolle Freundschaften geschlossen.

Ernten was man sät

Glücklicherweise trägt mein langer Bewerbungsprozess mit vielen Auf und Abs nun endlich Früchte. Als Mutter den alten Arbeitgeber aufzugeben, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, dazu gehört viel Mut, der unbändige Glaube an sich selbst und viel viel VIEL Geduld.

Nicht gerade meine Stärke. Aber ich konnte es mir zur Abwechslung mal nicht aussuchen und mir war wichtig, das Richtige zu finden. Ich wollte persönliche Interessen und die Leidenschaft zur Social Media Welt miteinander kombinieren, also musste was im Bereich Social Media Marketing her.

Schnell wurde mir klar, diesen Traum haben viele. Der Markt boomt und es werden massig gute Leute benötigt, denn die Firmen begreifen, dass Erfolg im Internet nun mal die Zukunft für das Unternehmen sichert.

Leider sind mögliche Arbeitgeber einer jungen Frau mit Kind gegenüber nicht besonders aufgeschlossen, musste ich dabei schnell feststellen. Von direkten Fragen, ob ich ein zweites Kind möchte, bis hin zu Ernst gemeinten Gehaltsvorstellungen am Rande des Mindestlohns, war alles dabei.

Ich war wirklich von den Socken und teilweise sehr frustriert. Das konnte und wollte ich so nicht hinnehmen. Nur weil ich Mutter bin, come on? Das kann und darf nicht wahr sein. Alle suchten in mir die eierlegende Wollmilchsau zum Dumping-Lohn ohne Anspruch auf Urlaub und am besten noch 24/7.

Licht am Ende des Tunnels

Fast schon mit Gleichgültigkeit über den Ausgang des Gesprächs, ging ich zu einer Vorstellungsrunde, die wie wir heute wissen, meine letzte sein sollte, in die Verhandlungen.

Das Gespräch lief gut, aber solche Momente kannte ich bereits zu genüge. Es hat mich nicht wirklich beflügelt und ich bin relativ emotionslos nach dem Gespräch Heim gefahren.

Es vergingen ein paar Tage und ich befand mich in Gedanken bereits im Urlaubsmodus. Da klingelte das Handy. Nummer unbekannt, Herzschlag ging unerwartet in die Höhe, ich nahm ab.

Jackpot

Mit der Zusage zu meinen Traumjob wartet nun ein völlig neues Kapitel im Bereich B2B Marketing auf mich. Es geht wieder zurück in geregelte Arbeitszeiten, Sicherheit und Schutz.

Working Mom: Erster Arbeitstag

Ein Job, der mich nicht nur fordern und fördern, sondern mir gleichzeitig auch richtig viel Freude bereiten wird, ruft meinen Namen. Ich komme und bin bereit für meinen ersten Arbeitstag.

Optimistisch, jetzt einen Arbeitgeber gefunden zu haben, der meine Talente fördert, meinen Ehrgeiz anerkennt und mich motiviert über den Tellerrand hinaus zu schauen, starte ich in den Morgen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Mein erster Eindruck ist überwältigend. Der erste Tag war ein Träumchen und ich wurde sehr herzlich mit Blumen zum Einstand und etlichen Umarmungen empfangen.

Nun darf ich mich freuen, auf einen eigenen Stellplatz, einen hübschen Arbeitsplatz, sofortigen Zugang zu allen Tools, schnellem IT-Support und einer gesunden Einstellung zur Hands On Menatlität.

Ich bin gespannt auf meine Zukunft als Working Mom und schon lange hab ich den Tag herbeigesehnt, an dem ich mit euch meinen „justanotherworkingday“ Moment feiern darf.

Wenn ihr auch unangenehme Erfahrungen zum Thema Jobsuche als Mama habt, bin ich gespannt auf euer Kommentar und eure Story. Wir dürfen bei diesem Thema nicht schweigen und müssen gemeinsam unserer Stimme ein Gewicht geben. Bitte helft dabei.