Wohnpsychologie im Kinderzimmer

Als ich mich zum ersten Mal bewusst mit dem Thema Wohnpsychologie auseinandergesetzt habe, dachte ich sofort an folgende Aussage:

Wohnst du noch oder lebst du schon?

Wohnpsychologie: Mimm Blogger Event bei kinder räume in Düsseldorf

Diese Zeile erinnert mich stark an den vergangenen Werbeslogan eines schwedischen Möbelherstellers, doch möchte ich die Bedeutung heute ganz bewusst in eine andere Richtung lenken.

Eine Frau wird in der Regel mit der Geburt ihres eigenen Kindes zur Mutter. Zuvor löst der Schwangerschaftsprozess jedoch die unterschiedlichsten Triebe beim „Muttertier“ aus. Die Meisten sind im letzten Trimester wie besessen vom sogenannten Nestbautrieb.

Das Richtige finden

Der Nachwuchs ist noch gar nicht geschlüpft, doch die Gedanken kreisen wie wild um die Raumgestaltung für das jüngste Familienmitglied. Farben, Deko, Möbel und die richtige Beleuchtung wollen keinesfalls dem Zufall überlassen werden. Einige gehen das Thema Wohnpsychologie eher pragmatisch an und kaufen nur das Nötigste. Andere wiederum suchen akribisch nach der besten Lösung für eine geeignete und vielversprechende Wohlfühloase der Kleinen.

Wohnpsychologie: Mimm Blogger Event bei kinder räume in Düsseldorf

An dieser Stelle frage ich mich:

  • Ist mehr gleich mehr?
  • Kann die Raumgestaltung Einfluss auf die Entwicklung des Kindes nehmen und wenn ja, wie?
  • Nimmt das Kind die Räumlichkeit überhaupt bewusst als das eigene Reich, den Rückzugsort für ruhigere Momente oder die Spielwiese zum Toben und Experimentieren wahr?
  • Wie sieht ein geeignetes Zimmer für Kinder aus? Auf was sollte ich achten?
  • Welche Möbel braucht ein Kind und wie sollten sie gestaltet sein?

Das Zuhause für die Seele schaffen. Für mich bedeutet das Möbelkataloge zu wälzen und das Internet nach Inspiration zu durchforsten, um dann von Showroom zu Showroom zu jagen sowie schnellstmöglich eine Kaufentscheidung zu treffen. Nie habe ich dabei mein Zuhause aus wohnpsychologischer Sicht hinterfragt. War das ein fataler Fehler? Ist meine Methode, ein Zuhause einzurichten, etwa die falsche?

Wohlfühlzuhause- ab wann ist das so?

Wohnpsychologie: Mimm Blogger Event bei kinder räume in Düsseldorf

Am besten kennt man es wohl, wenn man lange fort gewesen ist. Geschäftsreisen reihen sich aneinander, lange Urlaube neigen sich dem Ende zu oder Familienaufenthalte, die „die eigentliche Ordnung des Hauses“ für kurze Zeit durcheinander bringen, sind überstanden.

Puuuh, erstmal durchatmen.

In Zeiten der Ruhe wird einem bewusst, wie wertvoll das eigene Zuhause eigentlich ist. Überhaupt die Möglichkeit, einen x-beliebigen Ort so nennen zu können, vermittelt sofort ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Aber warum ist das eigentlich so? Warum fällt uns ein schönes Hotel positiv ins Auge, doch fühlen wir uns trotz erstklassigem Service, viel Komfort und Luxus immer wie auf der Durchreise und niemals richtig geborgen?

Wohnpsychologie: Glücklich zusammen wohnen will gelernt sein

Die Wohnpsychologin Barbara Perfahl klärt auf und erzählt wie Möbel die Stimmung, das Verhalten und die körperliche Verfassung maßgeblich beeinflussen können. Bei schönem Ambiente, tollem Frühstücksbuffet und ausreichend Cappu für die Mums, saßen wir diese Woche also in den heiligen Hallen von kinder räume in Düsseldorf und durften zuhören, als es um das Thema Wohnpsychologie im Kinderzimmer ging.

Wohnpsychologie: Mimm Blogger Event bei kinder räume in Düsseldorf

Wechselbeziehung zwischen Raum und Mensch

Normalerweise besitzt der Mensch sechs verschiedene Wohnbedürfnisse:

1. Sicherheit

Welt bleib draußen, ich hab genug von dir. Die eigenen Vier Wände dienen dem Menschen als Schutz vor der Umwelt. Wenn die Einflüsse zu viel werden, einfach Heim gehen und die Erde kreisen lassen.

2. Rückzug

Der Akku ist leer. Die Umwelteinflüsse werden vor der eigenen Haustüre geparkt und der Mensch sucht sich seinen persönlichen Rückzugsort. Erholung und Entspannung helfen die stressige Zeit besser zu bewältigen. Ein Zuhause vermittelt Ruhe und Geborgenheit.

3. Kommunikation

Die Küche ist oft ein beliebter Ort des Beisammenseins, das Zentrum der eigentlichen Kommunikation zwischen allen Familienmitgliedern. Beim Sitzen am Esstisch werden Kummer und Sorgen, Freud und Leid, Spaß und Trauer gemeinsam erlebt und verarbeitet. Das Familienleben beginnt.

4. Gestaltung

Die Gestaltung der eigenen Umwelt vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit. Dieses Gefühl verbinden wir oft mit einem Rückzugsort, den wir unser Zuhause nennen. Die optimale Gestaltung beeinflusst unseren Gemütszustand. Die eigene Wohnung ist wie eine dritte Haut. Erst kommt die eigene Pelle, dann unsere Kleidung und zu guter letzt unsere Wohnung/unser Haus.

Wenn uns ein Raum besonders ästhetisch erscheint, fühlen wir uns automatisch wohl. Eine symbolische Aufladung beflügelt den Körper und das Ambiente wirkt einladend und wird als sicher empfunden. Das Aktivierungsniveau beschreibt dabei, wie entspannt ich körperlich bin und wie gut mein Rückzugsrot mir neue Kraft für die äußere Umwelt gibt.

5. Ortsbindung

Einschlägige Erfahrungen machen wir zuerst in dem Zuhause, dass unsere Eltern uns gegeben haben. Erinnerungen an das Leben als Kind werden wach und jeder Mensch verbindet mit dem Elternhaus automatisch einschlägige Erlebnisse. Räume hinterlassen eine Wirkung auf uns. Durch Farbe, Licht und Geräusche werde Vitalwerte wie Puls, Herzschlag und Blutdruck aktiviert und beeinflusst. So entsteht durch die Raumwirkung im Elternhaus beispielweise auch das erste Heim- oder Fernweh.

6. Selbstdarstellung

Oh du schönes Zuhause. Getreu dem eingangs erwähnten Motto: Wohnst du noch oder lebst du schon, ist das eigene Heim auch ein Ort, an dem man den Gästen zeigen will, wie gut es einem hinsichtlich gesellschaftlicher Normen und Werte geht. Die Wohnung gilt dabei als Statussymbol. Freunden und Familie zeigen, was man erreicht hat. Der Wohnraum wird so ein Teil der Persönlichkeit und zeigt der Außenwelt, den persönlichen Erfolg.

Kinder und ihre Wohnbedürfnisse

Auch unsere Kids lassen sich durch die Ästhetik im Wohnraum beeinflussen. Die Vorlieben prägen sich in der Regel zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr aus. Dann wird die Raumwahrnehmung ausgebildet und die Wohnelemente im Raum werden bewusst genutzt. Kinder entwickeln in den Räumen, in denen sie sich vermehrt aufhalten ihre motorischen Fähigkeiten und bilden ihre geistige Entwicklung weiter aus.

An dieser Stelle empfiehlt die Wohnpsychologin, das Reich der Kinder in sogenannte Funktionsbereiche zu trennen. Die einzelnen Zonen sollten klar erkennbar sein.

  1. Spielen
  2. Ruhen
  3. Lernen

Jeder Bereich kann durch Farbe, Licht und Haptik klar abgegrenzt werden. Mit allen Sinnen erleben, heißt es in der Wohnpsychologie. Der Wohnraum wird somit nach und nach Teil der Persönlichkeit und durch die Ortsbindung werden die Erfahrungen aus der Kindheit abgespeichert.

Im Laufe des Lebens sind diese Erfahrungen immer wieder ein Beweggrund für die Gefühle zwischen Mensch und Raum. Die Wohnvorlieben aus der Kindheit bestimmen die persönliche Wohngeschichte ein Leben lang und sind Teil der Ich-Identität.

Mucki’s Reich

Unser Kinderzimmer ist auch nach dem Besuch des Events weitesgehend gleich geblieben. Wir haben lediglich einen neuen Beistelltisch für die Schlafzone implementiert um Mucki die Möglichkeit zu geben, ihre Bücher vor dem Schlafen gehen selbst auszuwählen.

Wohnpsychologie

Es ist wichtig, das Kind in die Raumgestaltung einzubinden. Wir haben festgestellt, wie gern Mucki nun Bücher lesen möchte. Der alte Aufbewahrungsort auf der Fensterbank war eher für mich von Vorteil als für sie. Viel zu hoch und nicht zu erreichen, hatte ich die Bücher quasi vor ihr versteckt. Ich konnte so die Ordnung halten und beeinflussen, wie Mucki mit den Büchern umgeht.

Irgendwie erschien mir das nun wenig kinderfreundlich. Also haben wir das geändert. Nun kann sie durch einen praktischen Nachttisch mit Aufbewahrungssystem selbst bestimmten, wann sie welches Buch lesen möchte. Wenn es mal zu chaotisch wird, macht Mama einfach die Augen zu und denkt an die Wohnpsychologie.