Die Mombie

kommt in Hochglanzmagazinen niemals aufs Cover. Zeit zum Lesen hat sie sowieso schon lange nicht mehr. Mit Make Up- Resten vom Vortag verlässt sie unbeeindruckt in der Dämmerung das Haus und schlendert zum Bäcker. Zottelhaare und Oversize-Pulli sind stets beteiligt am Look of the Day und unterstreichen ihr ganz persönliches Mode-Trauerspiel. Es ist längst keine Rede mehr von einem Bad Hair Day sondern gleicht es vielmehr einem dauerhaften Bad Mood.

07:17 Uhr steht auf meiner Küchenuhr.  Der Kaffee dampft aus der Lieblingstasse von bruederbach.  Weiß auf schwarz steht da:

Ich befürchte, ich bin wach.

bruederbach tasse

Der kurze Gedanke an eine kleine „Running-Session“ beflügelt mich, aber erstmal die aktuelle Vogue aufmachen. Bäms! Wow! „Die sieht ja ultrastylisch aus“, schreit mir mein Hirn zu. Der knappe Bikini, die sonnengebräunte Haut, der entspannte Blick. Ich bin fast ein bisschen neidisch. Ich blättere weiter.

Und da, gleich die Nächste aus dem Modeolymp. Wo hat sie nur diese Brille her? Make Up und Haare sind wunderschön und ich wünsche mir sofort eine Zauberkugel herbei. So wie damals, als Marijke Amado bei ihrer Sendung „Mini Playback Show“ die Kids in Idole verwandelt hat. Das waren noch Zeiten.

Ich schwelge in Erinnerungen, denn so perfekt gestylt war ich schon lange nicht mehr. Ich laufe zum Spiegel im Gang und schaue an mir herunter. Mein zu großer Schlafanzug (seit wann trage ich sowas und wie lange überhaupt schon?), müde Augen und Schokoflecken verraten mich. Die lange Nacht und die unnötige Kalorienzufuhr untermalen mein ganz persönliches Trauerspiel.

Ein Leben wie unter der Käseglocke. Mir wird klar, ich bin eine Mombie.

Chronischer Schlafentzug und Dauerbeschallung meiner Mucki sei Dank. Ich mutiere optisch zum Zombie. Verdammt, wie konnte das denn passieren? Die mega Tussi, die sich in jedem Spiegel fünf Mal pro Stunde begutachtet, penibel auf ihr Äußeres achtet und Modehefte wie die Vogue als „ihre Bibel“ bezeichnet, wo ist sie hin?

Ich hätte schwören können, niemals zu den Mamis zu gehören, die sich mit Zottelhaar auf die Straße traut und den Jogger der Skinny Jeans vorzieht. Mein Mann sieht das sicherlich anders und ich kann es ihm nicht einmal verübeln. Solange wir hier aber von einer Phase sprechen, denke ich, ist das Okay.


Monk

Wir Mütter wollen immer alles richtig machen und streben nach Perfektion in jeder Lebenslage. Das ist doch Wahnsinn und ehrlich gesprochen wirklich gar nicht nötig. Das Leben mit Kind bietet so viel mehr abseits von Perfektion und den vielen „Regeln“ unserer Gesellschaft.

Ich habe da den ein oder anderen Helfer für den Schmuck, den ich niemals wollte entdeckt. Hier findest du einen ausführlichen Bericht zu meinen kleinen Helferlein rund um das Thema Augenringe und Co. Produkte, die wirklich ihr Versprechen halten und mir den gesamten Tag über ein gutes Gefühl bereiten. Wenn das Resultat zu mehr Selbstwertgefühl, einem gesunden Selbstbewusstsein und einer großen Portion Ausgeglichenheit und guter Laune führt, sage ich sicher nicht nein.

Es wertet die Stimmung direkt positiv auf und minimaler Aufwand bei maximaler Zeitersparnis sollte für jede Mama wie Musik in den Ohren klingen. Mir hat es vor allem zu Beginn der Zeit, wenn meine Terrorprinzessin nonstop die gesamte Aufmerksamkeit benötigt hat sehr geholfen, mich trotz der Strapazen schön zu fühlen.

Die Modebibel kehrt nun, auch zwei Jahre später nur selten in unser Haus zurück, doch habe ich trotzdem meinen Weg aus der Mombie-Phase gefunden. Ein Glück, dass die Jogginghose mittlerweile salonfähig geworden ist. Auch wenn unser lieber Karl Lagerfeld etwas anderes sagt.

Das kannst du auch

Sich an das Kind und ein Leben mit Kind zu gewöhnen ist schwer, erfordert Kraft und vor allem Zeit. Lass dich nicht stressen, von nichts und niemandem. Du bestimmst selbst, wann du die Rolle der Mutter für dich angenommen hast und deine Ansprüche an eine ausgeglichene Familie erreicht sind. Wenn du für dich entschieden hast, geh raus und zeig dich. Wenn es im Mombielook geschieht, akzeptiere es als eine Phase. Die Hauptsache ist doch, dass du dich wohlfühlst und du deinen Frieden mit der neuen Situation gefunden hast.