Eine Fortsetzung aus dem Beitrag „Mein erster Tag als Working Mom“

Die ersten Wochen als Working Mom sind rum. Ich ziehe meine erste Bilanz im Hinblick auf die Situation daheim, die Reaktion auf veränderte Abläufe und unseren zweiten Einstieg in die Trotzphase.

Ich möchte euch mit diesem Bericht ganz klar eine Empfehlung aussprechen, falls es mit dem Nachwuchs mal nicht so rund läuft und euch eure Sorgen bis in die späte Nacht hinein plagen.

Seid euch dabei bitte immer bewusst, ihr seid nicht allein! So erging es mir und sicherlich schon vielen anderen Müttern vor unserer Zeit. Ich würde glatt mal behaupten, unsere Situation ist auch noch nicht völlig ausgestanden. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall. Haben wir ein Wehwehchen erfolgreich behandelt, folgt gleich das Nächste.

Working Mom und Trotzphase

De Facto in der Trotzphase

Im Job läuft alles super, ich bin nach wie vor happy und fühle mich pudelwohl. Probleme bereitet mir derzeit allerdings unsere Mucki. Gefühlt ist sie von einer Nacht auf die nächste nicht mehr die Alte geblieben und hat sich zum absoluten Hitzkopf entwickelt.

Rückblickend betrachtet hat es angefangen, als ich zum Arbeiten begonnen habe. Ich werde das Gefühl nicht los, sie spürt die Veränderung und realisiert die Tatsache, dass Mama nun nicht mehr täglich von morgens bis abends greifbar für sie ist.

Ihre Reaktion? Sie ist launisch, herrisch, befolgt keine Regeln mehr und provoziert sowohl in der Krippe als auch daheim. Sie hat es sich zu einer Art Vorliebe gemacht, Mama und Papa gegen Oma und Opa oder die Erzieher auszuspielen.

Ich werde nun des Öfteren mit unschönen Informationen über ihr Verhalten konfrontiert und beobachte auch selbst, wie mir ständig die Kontrolle über mich und die Situation entgleitet. Wohin ist sie verschwunden, meine liebe Prinzessin mit ihrem ewig sonnigem Gemüht? Ich will sie zurück, aber wie?

Hilfe suchen

Der Zustand ist natürlich für alle Beteiligten innerhalb der Familie unbefriedigend und führt oft zu Frustration bis hin zum Streit. Alle Parteien sind unharmonisch zueinander, unausgeglichen und ungewohnt ruppig. Ich werde dann gern mal laut und lasse so meinen angestauten Frust raus. So wollte ich mich gegenüber meinem Kind allerdings niemals präsentieren und mir ist völlig klar, ich kanalisiere meine Wut falsch.

Vor einiger Zeit habe ich euch genau deshalb in meinem Instagram Feed um Hilfe gebeten und direkt gefragt, welche Tipps ihr für mich und für das Kind innerhalb der Trotzphase habt. Ich bin dabei auf sehr positive Resonanz gestoßen. Glücklicherweise fand ich viel Zuspruch für meine Offenheit und einen immer wieder kehrenden Buchtipp im Kommentarfeld.

Das gewünschteste Wunschkind treibt mich in den Wahnsinn

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei lia_und_das_silbermaedchen für eine großartige Empfehlung bedanken. Wenn Zuhause die Trotzphase beginnt, fühlt man sich als Mutter nämlich sehr oft allein und dermaßen hilflos. Da ist es ungemein beruhigend zu erfahren, dass auch andere Eltern dieselbe Situation durchmachen mussten.

Unter uns Klosterschwestern gesprochen, ein Buch lesen als Mama, wenn das Kind in der Trotzphase steckt? Haha, guter Joke, klappt eher weniger. Da ist es umso schöner, dass sich „Das gewünschteste Wunschkind“ bei Spotify zum kostenlosen Download runterladen lässt. Ein Hoch auf die Technik.

Vorausgesetzt natürlich, man hat einen Account bei dem Musikstreamingdienst. Sobald Licht am Ende des Tunnels zu erkennen ist und Kompromisse eingehen, um Bedürfnisse aller berücksichtigen zu können, total gut in eurem Alltag klappt, empfehle ich auch den gleichnamigen Blog zum Buch zu besuchen. 200.000 Leser in einer Zeit von 3,5 Jahren reichen glaube ich als Kennzahl für trusted content, oder?

Dort findet ihr nicht nur hilfreiche Tipps, nein, ihr könnt auch weitere Bücher der Autoren kennenlernen, viele Erfahrungen anderer Eltern lesen oder die Fachberichte einiger Ärzte durchforsten. Welche Ratschläge bei uns wahre Wunder bewirkt und welche Worte mehr Schaden angerichtet als nachhaltig zum Erfolg geführt haben, verrate ich euch jetzt.

Lernen zu Verstehen

Tipp 1: Wünsche beider Parteien berücksichtigen.

So erwartet man es jedenfalls bei den Erwachsenen in der täglichen Kommunikation. Beide stehen sich auf Augenhöhe im Gespräch gegenüber und die Bedürfnisse beider müssen gestillt werden um einen harmonischen Beziehungsalltag schaffen zu können. Das ist im Hinblick auf unsere Kinder genauso.

Die einzige Hürde, die sich bildet: Kinder kommen in frühem Alter mit ihren Worten oder der Art der Kommunikationsmöglichkeiten nicht zum gewünschten Ziel und beginnen das Hauen, Spucken oder Beißen um die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zu ziehen. Ein Verhalten, dass vor allem gesellschaftlich als inakzeptabel bewertet wird und eine Kritik an die Erziehung der Eltern suggeriert.

Hauen oder Beißen gehört zur nonverbalen Kommunikation, wird gesellschaftlich aber als Kommunikationsversuch nicht anerkannt. Wir sollten also lernen zu verstehen, dass Kinder sich in dem Moment nicht anders zu helfen wissen und kein absichtliches Verhalten hinter dem Benehmen steckt.

Es ist die Hilfe der Erwachsenen notwendig um sprachlich besser zum Ausdruck zu bringen, was die eigentliche kindliche Intention ist. Kinder machen Fehler, damit sie daraus lernen. Sie beobachten, imitieren und suchen ihren Platz in unserer Welt. Zwischenmenschliches Verständnis braucht einfach ihre Zeit.

Schwarze Pädagogik in unserer Gesellschaft

Die Gesellschaft gibt vor, solch ein Verhalten dürfe nicht unterstützt werden und die Eltern müssen gegenüber dem eigenen Kind unbedingt standhaft bleiben um es „richtig“ zu erziehen. Aus dem Blickwinkel der Erwachsenen agiert das Kind durch ein solches Verhalten unerzogen und muss für sein trotziges Gemüt abgestraft werden.

So wird maßgeblich seit den 70ern gute, alte und vor allem konsequente Erziehung als die wahre und einzig richtige Maßnahme in der Gesellschaft propagiert. Kinder müssen sich demnach den Erwachsen unterordnen, Gehorsam zeigen und das vermeintlich „eigensinnige“ Verhalten unterdrücken. Das Kind soll den Impuls bzw. die Emotion beiseite schieben, weil die Gesellschaft sonst mit dem Finger zeigt und sein Entsetzen äußert.

Was damit aber im Seelenleben des Kindes angerichtet wird, bleibt gesellschaftlich betrachtet oft auf der Strecke. Ein Kind, dass sich in einer Stresssituation befindet, weil es beispielsweise nicht klar kommunizieren kann, was es will und dabei vom Elternteil auch noch ignoriert wird, beruhigt sich rein äußerlich zwar, doch lassen nicht ausgelebte Impulse tiefe Narben im inneren des Kindes zurück.

Es tritt für den Moment eine Notfallreaktion ein, das Kind wird zu Gunsten der Mutter oder des Vaters ruhig, hat den Stress aber noch in sich und speichert die verstörende Situation trotzdem negativ im Gehirn ab.

Ich frage mich…

Was kann ich also tun, wenn mein Kind in meinen Augen bockt und sich meiner Meinung nach nicht „richtig“ verhält? Ganz einfach, es kommt auf die Feinfühligkeit der Eltern an. Helfen diese beim Erlernen, mit der für das Kind nicht eindeutigen Situation richtig umzugehen, entsteht die Möglichkeit des Perspektivwechsels.

Sie werden nicht mit der Fähigkeit zur Empathie geboren. Sie können die Empfindungen der Eltern rein von ihrem Entwicklungsstand nicht verstehen und sogar Sprache kann dazu beitragen, dem Kind eher zu schaden als die Situation aufzuklären.

Tipp 2: Mit Liebe und Verständnis reagieren anstatt wütend zu werden.

Stichwort: Bedürfnisorientierte Erziehung. Ich schaffe es, mein Kind dazu zu bringen, Dinge bewusst nicht mehr zu tun und hitzige Situation besser zu meistern. Gelassen nachgeben oder dazu bringen meinem Wunsch zu folgen, lautet die Devise.

Das Ziel ist, negative Konsequenzen zu vermeiden, denn diese führen langfristig zum Verlust der Beziehungsebene zwischen Eltern und Kind. Wir müssen lernen zu verstehen, dass Kinder im Alter von eins bis vier keinerlei Fähigkeiten besitzen uns absichtlich zu ärgern. Im Gegenteil, die Arbeitsweise des Gehirns bei Kleinkindern kann das noch gar nicht.

Ich möchte euch kurz ein paar wissenschaftliche Basisinfos zur Entwicklung des Gehirns mitgeben, damit ihr das Verhalten des Kindes in Zukunft vielleicht besser nachvollziehen könnt. Kinder stellen auf einmal fest, dass ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden und fangen das Bocken an. Willkommen in der Trotzphase oder im Fachjargon auch gern als Autonomiephase bezeichnetem Zustand.

Kleinigkeiten führen zu Wut und Disharmonie, das Kind fühlt sich oftmals gefangen in der eigenen Wutwelt. Mütter bezeichnen es auch als Nebelwand innerhalb eines Wutanfalls. Nichts geht mehr, direkte Ansprache oder beruhigende Worte machen es nur schlimmer. Körperkontakt kann manchmal helfen muss aber nicht.

Das menschliche Gehirn

Tipp 3: Lernen zu verstehen, warum es für Kinder so schwer ist, sich zusammen zu reißen.

Ganz klar, das Gehirn ist schuld. Wir unterscheiden hier in zwei verschiedene Hälften. Die eine Hälfte sorgt für die Analyse der Situation über die Augen, beurteilt rationales Handeln und logisches Denken und hilft durchs Sprechen moralische und emphatische Entscheidungen zu treffen. Die Rede ist von der kognitiven Gehirnhälfte.

Im Gegensatz zu ihr steht die emotionale Gehirnhälfte, die schnelle, unwillkürliche Reaktionen und Informationen aus der Umwelt verarbeitet, Gefahren erkennt und direkte Impulse an das kognitive Gehirn sendet. Die gesunde Balance zwischen beiden Gehirnhälften ist keinesfalls angeboren, sondern kann erst im Laufe der Zeit erlernt werden.

Hier kommen die Eltern ins Spiel. Kleinkinder reagieren von Haus aus emotional und nicht rational. Diese Impulse zu beherrschen muss man lernen und sie sind nicht von Haus aus entwickelt. Übung macht bekanntlich den Meister und der Erfolg stellt sich erst nach Jahren ein. Deshalb dauert die Trotzphase auch etwas länger und ist immer nur für den Moment überwunden.

Tipp 4: Nonverbale Kommunikation

Das Kind ist von den Emotionen aus dem Alltag überwältigt. Enttäuschung über das Nichterfüllen einer Handlung wird sofort mit Wut zum Ausdruck gebracht. Das Kind fühlt sich gestresst, das löst dann schlussendlich diese Wut aus.

Mit Worten kann Mama oder Papa da selten was machen, denn das kognitive Hirn ist in diesem Moment regelrecht außer Betrieb gesetzt. Das emotionale Hirn blockiert den Zugang zum „rationalen Kind“ und eine Beruhigung durch Sprache funktioniert nicht.

Der Schlüssel liegt in der nonverbalen Kommunikation durch Mimik, Gestik und der Stimmlage. Diese Attribute tricksen das emotionale Gehirn eines Kindes in dem Moment aus und dringen durch bis in den kognitiven Hirnbereich.

Das Kind sollte somit spielerisch z.B. durch Bücher immer wieder auf Mimik und Gestik aufmerksam gemacht werden, damit es Gefühle erkennen und nachempfinden kann. Das hilft die Situation zu lösen und Wutimpulse richtig zu verarbeiten. Warnungen oder Drohungen sind im Alter von 1-4 Jahre sinnlos, weil das Gehirn des Kindes es einfach nicht verstehen kann.

Tipp 5: Fremdregulation vs. Eigenregulation beachten, warum Kindern der Perspektivwechsel fehlt.

Die Stresssituation entsteht, das Kind ist nicht in der Lage sich in die Situation/Perspektive der Eltern hineinzuversetzen und braucht die Hilfe der Mutter/des Vaters. Hier gilt ganz klar: Zuwenden und nicht ignorieren. Fremdregulation durch die Eltern hilft als Maßnahme, die Eigenregulation des Kindes in Stressmomenten zu erlernen und die aufkommende Wut besser zu bewältigen.

Die Neintaubheit

Eltern müssen lernen zu verstehen, dass Kinder zwischen dem Wort „nein“ und „nicht“ anders differenzieren als es der allgemeine Sprachgebrauch laut Duden hergibt.

Das Wort „Nein“ zu verstehen, bedarf der richtigen Übung ausgelöst durch die Eltern. Das Kind kennt die Bedeutung des Wortes von Haus aus nicht, sondern nimmt durch die Stimmlage war, dass die Eltern erwarten, eine gewisse Handlung nicht mehr auszuführen.

Am besten zeigt man dem Kind, was es nicht mehr machen soll indem die Handlung zunächst selbst gestoppt wird und erklärt dann, warum das Wort „Nein“ in Zusammenhang mit der Handlung steht und die Wirkung beim Kind bestenfalls noch durch eine eigene positive Mimik oder Gestik selbst verstärkt. In der Pädagogik spricht man vom Ursache-Wirkung-Prinzip.

In dieser Situation sind Neugierde und Verlockung maßgeblich schuld am Dilemma. Eltern müssen versuchen dem Kind zu helfen ohne noch mehr Aufmerksamkeit auf den unerwünschten Zustand zu lenken. Einfacher gesagt als getan. Lautes Schreien oder das Wort „Nein“ mit Nachdruck zu wiederholen, lässt das Kind zwar anfangs erschrecken, doch es wird umso neugieriger und versucht die Situation, weil sie nicht verstanden wurde, nochmal zu erzwingen.

Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung ist beim Nein-Geschreie unklar geblieben. Ohne eine klare Aufklärung der Situation, wird das Kind schlichtweg „neintaub“.

„Nicht“ und seine Wirkung

Ähnliche Schwierigkeiten bereitet Kindern das Wort „Nicht“. Im Alter von Zwei Jahren oder früher wird das kleine Detail “nicht“ im Satz der Eltern vom Kind konsequent ausgeschlossen. Das passiert nicht mit Absicht. Der kognitive Meilenstein fehlt an dieser Stelle einfach.

Wenn also die Eltern sagen: Geh nicht an die Steckdose, hört das Kind nur „Geh Steckdose“ weil das Hirn den Zusatz „nicht“ nicht aufgenommen hat. Die Bedeutung des Wortes ist nicht klar, somit wird das Wort verschluckt und das Kind versteht genau das Gegenteil. Ein Missverständnis in der Kommunikation entsteht und die Wut, meist bei den Eltern, keimt schon wieder auf.

Vielleicht kennt die ein oder andere Mama an dieser Stelle den Blick ihres Kindes, wenn es mit großen Augen die angeblich schlechte Handlung wiederholt. Es fehlt hier einfach die klare Umsetzung des Ursache-Wirkung-Prinzips und das Kind versucht durch die Wiederholung der Handlung, die Situation besser zu verstehen.

Tipp 6: Einflüsse der eigenen Kindheit beachten.

Die Wut der Eltern trägt oft zur Trotzphase des Kindes bei. Streitsituationen entstehen auch durch trotziges Verhalten der Eltern. Eine harmonische Beziehung entsteht nur, wenn alle innerhalb der Familie gleich viel geben und nehmen.

Das Kind muss lernen, die Bedürfnisse anderer zu verstehen und darauf einzugehen. Das kann ein Kind wie wir ja jetzt wissen nicht von Anfang an. Die Anerkennung gegenseitiger Bedürfnisse ist der Schlüssel in jeder Trotzphase.

Eltern müssen lernen, trotz ihrer Wut, liebevoll zu reagieren. Oftmals kommt diese Wut der Eltern aus Verletzungen des Selbstwertgefühls in der eigenen Kindheit. Diese schienen bisher vergessen oder verdrängt, doch eine ähnliche Situation mit dem eigenen Kind triggert den alten, nicht verarbeiteten Impuls und lässt das Fass zum Überlaufen bringen.

Die menschliche Psyche verdrängt den unschönen Moment, bis er auf einmal wie durch ein Nichts wieder präsent wird.
Schuld kann hier der Liebesmangel aus der eigenen Kindheit sein. Wofür gab es damals Anerkennung? Wurde Bestätigung über Anpassung erfahren? Haben Lob und Tadel das Leben bestimmt und somit verhindert, das wahre Selbst zu entdecken?

Ich war überrascht, welches Kopfkino sich bei diesen simplen Fragen während des Hörbuchs in meinem Kopf gebildet hatte. Das scheint in meinem Fall die Antwort zu sein. Meine angestaute Wut kommt mit immenser Kraft und übermannt mich und mein Kind. Ich verstehe jetzt, Mucki ist zwar der Auslöser und eine Art Trigger, aber nicht der Grund für meine Wut. Das bin ich selbst.

Trotzphase: Mein Resümee

Wir unterstellen dem eignen Kind zu oft Absichten, die es nicht hat. Taten der Kinder werden vermeidlich mit der Logik eines Erwachsen fehlinterpretiert. Es kommt zur Wut, weil man glaubt das Kind macht es mit Absicht. Die Gesellschaft schreibt vor, das Kind muss erzogen sein, damit es einem nicht auf der Nase herumtanzt. Gehorsam und Drang helfen aber nicht, aus einem Kind „kein Arschlochkind“ zu machen. Vielmehr müssen wir versuchen, dem Kind zu erklären, warum das gezeigte Verhalten falsch ist und wie es besser geht.

Direkter Bezug zu uns

Als ich angefangen habe, das Hörbuch zu hören, musste ich immer wieder stoppen, denn die Situationen vor meinem bloßen Auge übermannte mich und trieb mir die Tränen in die Augen. Ich habe so oft geglaubt, dass mein Baby Dinge mit Absicht tut, dabei ist es die Gesellschaft die mir einbläut, dass es so sein muss.

Das mein Kind geistig und von der Entwicklung gar nicht in der Lage sein kann, mich zu verstehen, habe ich völlig missachtet. Es wird angenommen, dass wenn das Kind das Babyalter überstanden hat, muss es in Windeseile auch an die Anforderungen unserer Gesellschaft angepasst werden. Das macht mich unendlich traurig und beflügelt mich regelrecht dazu, keinen Tag mehr verstreichen zu lassen, an dem ich diesen Müll glaube und in meiner Erziehung eine Rolle spielen lasse.

Das gewünschtes Wunschkind

Für mich ist der Erziehungsansatz wie im Buch beschrieben total logisch und nachvollziehbar und hat mir wirklich die Augen geöffnet. Liebe Mütter, ich will hier keinesfalls sagen, dass Kinder niemals ein strenge Hand bräuchten, allerdings liegt der Schlüssel in der Balance. Manchmal hilft es, die Situation abzuwarten um das mögliche Verhalten des Kindes besser einzuschätzen.

Wir erkennen so, dass sie selten gegen uns arbeiten wollen, sondern uns imitieren und so lernen ihre Umwelt und uns besser zu verstehen. Der innere Plan des Kindes kann vom Elternteil nicht vorhergesehen werden, woher soll das Kind also immer verstehen, was wir von ihm/ihr wollen?

Auch den Kummer des Kindes kleinreden gar negieren ist schädlich, weil es suggeriert, mit ihm/ihr stimmt was nicht. Wenn der ihm/ihr liebende Erwachsene ständig sagt, es sei nix, wächst der Kummer nur noch mehr.

Ein aktives Ohr ist gefragt. Gute Impulskontrolle hilft später, erfolgreicher durchs Leben zu schreiten. Es bildet sich die Grundlage für soziale Kompetenz und Gefühle wie Frustration und Stress lassen sich besser kontrollieren.