Reisezeit

Welche 10 Dinge solltest du für deine Auto-Reise mit Kind quer durchs Land unbedingt mitnehmen? Es sind Ferien in Deutschland. Somit beginnt die wilde Reisezeit und vor allem der Urlaub mit Kids sollte akribisch vorgeplant werden. Egal in welcher Altersgruppe sich der Nachwuchs befindet, ohne Plan geht nix. Je jünger das Kind, umso mehr liegt die Planung in der Hand der Eltern. Im Team Eckl übernehme ich das in der Regel.

Wie gehe ich also vor, wenn ich mit Kind in den lang ersehnten Urlaub fahre?

10 Dinge

Die Planung

Meine Planung beginnt meistens schon sehr weit vor dem eigentlichen Reisetermin. Wichtig ist erst einmal das Transportmittel. Fliege ich, reise ich mit dem eigenen Auto an oder begleiten mich Hunderte im Zug zu meinem Wunschziel? Grundsätzlich ist diese Entscheidung natürlich jedem selbst überlassen, doch erfordert es eine andere Herangehensweise in der Planung. Es gilt zu bedenken, ob ich helfende Hände bei mir habe oder die Reise allein und nur mit Kind bestreite.

In diesem Fall gebe ich euch unsere Planung für eine Reise mit Auto, weitesgehend allein mit Kind und quer durch Deutschland, Niederlande und Italien an die Hand. Dauer der gesamten Reise beträgt 16 Tage. Das Wetter ist sommerlich, allerdings können Regentage hinzukommen und das Auto hat nur begrenzt Platz, denn wir fahren mit dem ŠKODA CITIGO.

Auf was sollte ich unter diesen Reisebedingungen also besonders achten?

10 Dinge

10 Dinge

1. Erste Herausforderung ist unser Platzmangel im Wagen. Es bietet sich also eher die Mitnahme eines Reisebuggys an. Wir haben uns letzten Winter für das Modell Pockit von GB entschieden. Der Buggy ist sehr klein und mit 4,3kg sehr leicht und kompakt. Genau das Richtige für Mütter, die ihre Zeit nicht mit dem Aufbau des Kinderwagens am Gepäckband verschwenden möchten. Der Pockit darf auf Flugreisen nämlich mit an Board und kann im Gepäckfach oder unter den Sitzen verstaut werden.

2. Der nächste Gedanke geht an die Größe des Gepäcks. Zwei Personen bedeuten logischerweise zwei Gepäckstücke. Ich entscheide mich aufgrund der Platzprobleme für einen leichten Handgepäckkoffer von Rimowa. Wiegt nix, lässt sich minimal knautschen und es passt bei geübtem Tetrisauge eine Menge rein. Meine Mucki bekommt eine Reisetasche, denn ein weiterer Koffer frisst in unserem Fall zu viel Platz weg.

3. 16 Tage bedeuten 16 Outfits. Mit Kind muss Wechselkleidung kalkuliert werden. Die Badesaison bedeutet für mich, Platz zu schaffen für Badeschuhe, Bademantel, Sandspielzeug, Badeanzug, Sonnenschutz, Sonnenhut, Schwimmwindeln und Schwimmhilfe. #safetyfirst

An dieser Stelle ein kurzer aber dringender Appell, lehrt eure Kinder das Schwimmen. Es ist im Ernstfall überlebenswichtig.

Nachdem es im Spätsommer wechselhaft zugeht, muss ich natürlich auch an kalte, ungemütliche und regnerische Tage denken. Die Nächte können kälter ausfallen als gedacht und die Brise am Meer ist auch nicht zu unterschätzen. Unser Motto lautet dabei:

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Ich packe neben Mütze, Halstuch und Funktionsjacke also auch den Regenmantel, Gummistiefel und einen Regenschirm ein. Mein Kind liebt Regen und springt für ihr Leben gern unter vollem Körpereinsatz in die Matschepfütze.

4. Weiter geht es mit einem Check-Up über die Reiseapotheke und den Inhalt unserer Kulturbeutel. Was wird dringend gebraucht und welche Artikel lassen sich auch am Urlaubsort oder einfach unterwegs nachkaufen? Ich achte bei der Reiseapotheke darauf, dass wir Pflaster, Arnika-Globuli und Wundsalbe griffbereit halten. Kleinkinder stolpern oft über ihre eigenen Füße und zack, ist das Knie blutig. Schnelle Hilfe bekomme ich dabei meist durch meinen eigenen Einsatz.

Merke ich, das mein Kind nachts plötzlich fiebert oder die Zähne uns plagen, greife ich zum Nurofen Fiebersaft. Er ist schmerzlindernd, entzündungshemmend und hilft meiner Mucki, das Leid besser zu überstehen. Zäpfchen sind natürlich auch okay. Das muss jede Mutter für sich entscheiden. Manche haben ein dickes Fell und verzichten sogar komplett auf Medikamente. Ich ziehe meinen Hut vor euch, allerdings bin ich kein Fan davon.

5. Nervosität auf Reisen und die neue Umgebung lösen manchmal Verdauungsprobleme aus. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Mucki bekommt in solchen Fällen etwas Lacteol und ich kann mich beruhigt wieder in den Sitz fallen lassen. Größer ist die Reiseapotheke an dieser Stelle nicht. Alles weitere kann in der örtlichen Apotheke nachgekauft werden. Meistens gibt es dort auch Milchpulver, Schnuller, Fläschchen, Feuchttücher und Windeln (kleiner Tipp aus dem letzten Italien-Urlaub mit drei Monate altem Säugling).

6. Spühlmittel, Fläschchen, Isolierkanne, Babywasser oder Babynahrung ist für uns mittlerweile kein Thema mehr. Keine Sorge, aber für alle Flugreisenden, ihr dürft unbegrenzt Babynahrung oder Flüssigkeiten im Handgepäck mit an Board nehmen. Auch Mütter, die nicht stillen, können so fliegen und haben alles für den Härtefall direkt zur Hand. Die Flugbegleitung ist meiner Erfahrung nach besonders bei Alleinreisenden oft zur Stelle und hilft, wenn nötig. Um den Druck aus der Kabine in den Ohren auszugleichen, immer Schnuller bei Start und Landung rein oder das Kind trinken lassen. Schlucken hilft beim Ausgleich und so können Mama und Kind die Aussicht den gesamten Flug über in vollen Zügen genießen.

7. Bei uns spielen dafür Windeln noch immer eine große Rolle. Vor einem Jahr habe ich noch abgezählt, wie viele ich im Schnitt mitnehmen muss. Jetzt kaufe ich ein Paket (normale Größe, Inhalt ca 35-40Stk) und rüste wenn nötig vor Ort nach. Jedes Land hat Windeln, das kann ich euch versichern:)

8. In Sachen Entertainment muss man sich besonders im Auto etwas einfallen lassen. Manche Kids machen es ihren Eltern einfach und schlafen die meiste Zeit über. Sollte es allerdings zu spannend mit der Anreise sein, bleiben die Kleinen wach und wollen bespaßt werden. Wir packen für diesem Fall immer einen kleinen Rucksack, in dem Mucki ihre Lieblinge aufbewahren kann.

10 Dinge

Puzzle, zwei Bücher, ein Malblock, ein kleines Paket Buntstifte und das Lieblingsstofftier, das war’s. Mehr passt nicht rein und ich glaube, jede Mutter weiß um die „Überflüßigkeit“ dieser Tasche, denn Kinder spielen gern in und mit ihrer Umwelt. Im Urlaub begeben sie sich auf ihre eigene kleine Reise und viele neue Eindrücke müssen erstmal verarbeitet werden. Da gerät die Spieltasche schnell in den Hintergrund und wird zur absoluten Nebensache. Aber wehe, sie ist nicht da, dann gibt’s großes Geschrei und Theater.

9. Nachdem alle Koffer und Taschen gepackt und sicher verräumt worden sind, sollte ein letzter Blick in die Handtasche und den Geldbeutel getätigt werden. Neben dem Taschengeld bitte Reisepässe, Gesundheitskarte und Impfausweis der Kinder nicht vergessen. Wenn das Kind einen anderen Familiennamen als die Mutter trägt, sollte eine Einverständniserklärung des fehlenden Elternteils zur Vorlage bei den zuständigen Behörden mitgenommen werden. Ich wurde bereits vom Zoll in Deutschland danach gefragt. Es geht meist ohne, allerdings ist das die sicherste Variante.

Die Liste

  1. Reisebuggy
  2. Gepäckauswahl, Koffer oder Reisetasche?
  3. Badeanzug meets Regenmantel
  4. Reiseapotheke checken
  5. Kulturtasche prüfen, genug Zahnpasta dabei?
  6. Flüßigkeiten und Babynahrung
  7. Windeln
  8. Spielzeug, Bücher und Lieblingsstofftier
  9. Krankenversicherten-Karte, Impfpass und Reisepass niemals vergessen
  10. Gute Laune nicht vergessen

Nicht vergessen

10. Beachtet vor allem den letzten Punkt auf der „10 Dinge Liste“. Ihr habt euch optimal auf den Urlaub vorbereitet und wenn doch was Zuhause geblieben ist, Ruhe bewahren. Es gibt immer Mittel und Wege. Alles kann unter Umständen im Urlaubsland nachgekauft werden. Ich habe bei all meinen Reisen mit Kind gelernt, Ruhe zu bewahren, in der Not auch Fliegen zu fressen und mich mit den Alternativen zufrieden zu geben. #hilftjanix

Mit der frühen Planung habe ich begonnen, weil sie mir Sicherheit gibt und ich kurz vor Abreise keine Lust auf den Packstress habe. Das macht mich nervös und ich verbreite damit Unruhe in der gesamten Familie. Je früher ich mit dem Packen beginne umso größer ist bei mir die Vorfreude auf den Urlaub. Sobald der Reißverschluss der Koffer zugezogen ist und ich mit meiner Mucki im Auto sitze, lasse ich den Alltag sofort hinter uns und mein Geist ist voll auf Urlaubsmodus eingestellt.

Dabei ist mir nicht zuletzt aufgefallen, auf wie viel tatsächlich verzichtet werden kann und welche Dinge wirklich lebensnotwendig sind. Für unsere Autoreise wird sich definitiv das viele Tetris spielen in der Jugend bezahlt machen, genug Proviant zur Verfügung stehen und die ein oder andere Pause zur Erheiterung eingeräumt.

Los geht’s…